Bevölkerung bereitet sich auf Katastrophen vor

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Viele Teilnehmer beim MHW-Selbsthilfekurs im Mai 2022

Selbsthilfekurs im Mai 2022

 Tuntenhausen (Lkr. Rosenheim) – Corona-Pandemie, Hochwasser im Ahrtal oder Krieg in der Ukraine: Die Sorge vor drohenden Krisen und Katastrophen wächst in der Bevölkerung. Rund 80 Teilnehmer nutzen die Gelegenheit, sich beim Medizinischen Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V. (MHW) auf Notsituationen vorbereiten zu können.

Wie schnell es zu flächendeckenden Ausfällen der Strom- und Wasserversorgung kommen kann, zeigte nicht zuletzt das verheerende Hochwasser im Ahrtal, wo Wassermassen die Infrastruktur zerstörten. Auch der Krieg in der Ukraine richtet unseren Blick auf die Schwächen der Energieversorgung und der Lieferketten.

„Was kann ich tun, wenn wirklich für längere Zeit der Strom ausfällt? Wie komme ich dann an Trinkwasser und wie kann ich kochen?“. Antworten auf diese Fragen lieferte der einzigartige MHW-Selbsthilfekurs am vergangenen Wochenende.

 

Notfalltraining mit Feuerwehr und Rettungsdienst

In acht Stationen erhielten die Besucher Ratschläge, wie sie sich in Krisensituationen verhalten sollten. Dabei gingen die Ausbilder zunächst auf alltägliche Notfälle ein. Eindrucksvoll zeigten die Experten der Feuerwehr, wie man Brände im Haushalt vermeidet und wie ein Feuerlöscher richtig bedient wird.

Kräfte des Rettungsdienstes erklärten an nachgestellten Unfallsituationen, wie man Verletzen schnell und einfach helfen kann. Selbst der Notruf wurde dabei realistisch simuliert. Ebenfalls gingen die Dozenten auf die Wundversorgung ein und wiesen auf wichtige Hygieneaspekte hin.

Sinnvolle Bevorratung statt Hamster-Käufe

Thematisiert wurde an einer weiteren Station die Bevorratung von Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Wichtig ist dabei, nicht unkoordiniert Waren zu hamstern. Vielmehr geht es um einen kleinen Puffer in der heimischen Vorratshaltung, um sich und seine Familie im Krisenfall bis zu 14 Tage versorgen zu können. Das MHW veranschaulicht dabei die Vorschläge des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Sollte das Trinkwasser dennoch ausgehen, präsentierte das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk im Kurs Möglichkeiten zur Trinkwassergewinnung. Mit einem Filtersystem aus alltäglichen Materialien lässt sich einfach Wasser aus einem Bach oder Regenwasser reinigen und aufbereiten.

Finanziert durch Spenden

Den Teilnehmern stand die Begeisterung in das Gesicht geschrieben. Viele von ihnen sind hunderte Kilometer angereist, um an diesem Kurs teilnehmen zu können.

Kursgebühren fallen dabei keine an. Rein durch Spenden finanziert sich dieses Format und kann bereits seit 2009 regelmäßig angeboten werden. Auch die Dozenten engagieren sich hier ehrenamtlich. „Als Rettungskräfte können wir bei plötzlichen Katastrophen nicht überall gleichzeitig sein“, erklärt MHW-Präsident Robert Schmitt. „Deshalb sind wir über jeden froh, der sich selbst und seinen Nächsten helfen kann.“ In seiner Rede appelliert er: „Wir müssen als Gesellschaft wieder näher zusammenrücken. Gerade in Krisen sind wir auf eine starke Gemeinschaft angewiesen“.

Riesengroße Nachfrage am Kursangebot

Hunderte Interessierte hatten sich für den MHW-Selbsthilfekurs vergangenen Samstag auf dem MHW-Übungsgelände in der Nähe von Bad Aibling angemeldet. Zum Corona-Schutz wurde die Teilnehmerzahl auf gut 80 Personen begrenzt.

Aufgrund der großen Nachfrage wird es im Oktober 2022 einen weiteren Selbsthilfekurs geben. Bereits jetzt ist die Anmeldung über die Homepage der Hilfsorganisation unter www.mhw-deutschland.org/kursanmeldung möglich.

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