
Am 12. Januar 2010 ereignete sich in Haiti eines das folgenschwerste Erdbeben der Geschichte. Innerhalb weniger Minuten lagen große Teile der Hauptstadt Port-au-Prince und der umliegenden Regionen in Trümmern. Laut offiziellen Angaben aus 2011 kamen über 300.000 Menschen ums Leben. Bereits 48h nach dem Beben war das MHW mit einem Team vor Ort, um den Betroffenen technische und medizinische Hilfe zu leisten. Im nun folgenden Bericht sind die Tätigkeiten des Teams aus 2010 chronologisch sortiert.
Deutsche Hilfe für Haiti
Das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V schickt mit 22 Einsatzkräften ein umfangreiches Hilfskontingent ins Erdbebengebiet.
München, 13.01.2010. Das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland (MHW e.V.) entsendet mit seinen Mitgliedern @fire und dem Deutschen Rettungshundeverein e.V. ein Team von Spezialisten für Bergung und Rettung sowie technische Ausrüstung der BOS GmbH & Co KG und der Universität Freiburg nach Haiti.
Nach einer offiziellen Anfrage von Jean Robert Saget, Botschafter von Haiti, stellt das MHW den haitianischen Kräften neben vier Rettungshunden, sechs ausgebildete Hundeführer mit spezieller Ausrüstung und einem USER Team (Urban Search and Rescue Team für Technische Rettung und Bergung), medizinisches Fachpersonal für die Rettung und Versorgung der noch zahlreichen Verschütteten. Zur Unterstützung der Rettungshunde sowie der insgesamt 22 Einsatzkräfte werden von Marc Loschonxys, Gruppenleiter Safety&Security des Instituts für Mikrosystemtechnik der Uni Freiburg, zwei Geräte der BOS GmbH & Co KG und der Universität Freiburg zur radargestützten Personenortung eingesetzt, das aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Sicherheitsforschungsprojekt I-LOV entstanden ist. Das Gerät arbeitet mit elektromagnetischen Wellen und registriert die geringsten Bewegungen wie Herzschlag und Atembewegungen und kann so das Schicksal der Hunde deutlich einschränken.

Haiti: „Endlich können wir helfen!“ – Zwei Kinder mit Not-OP gerettet.
Das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V hat gemeinsam mit Rettungskräften aus aller Welt direkt hinter der Grenze zur Dominikanischen Republik in einem UN Militärstützpunkt ein Notlager errichtet. Ein MHW-Arzt und sein Team aus vier Assistenten konnten zwei Kinder in einer Not-OP und viele andere Menschen versorgen.
München/Haiti 16.01.2010. Das MHW e. V. hat mit seinem Hilfsangebot die Bevölkerung erreicht. Über die Dominikanische Republik kam das 22-köpfige Team mit Rettungshunden und USAR Teams von @fire und dem Deutschen Rettungshundeverein e. V. an der Grenze an.
Seit 4:50 Uhr Ortszeit befindet sich das Einsatzteam des Medizinischen Katastrophen-Hilfswerk e. V. (MHW e. V.) auf haitianischem Boden. Mit weiteren Hilfskräften aus Panama hat sich ein militärbegleiteter Konvoi auf den Weg nach Port-au-Prince gemacht, nachdem noch in der Nacht das medizinische Team des MHW in einem dominikanischen Krankenhaus nahe eines Militärstützpunktes in Jimani die Narkose und Assistenz in zwei lebensgefährlichen Eingriffen übernehmen konnte. „Hier geht es zu wie in einem Feldlazarett“, so Jochen Schreiber, Helfer des MHW-Teams. „Hier in Jimani hat sich so etwas wie ein Notlager eingerichtet, wo Patienten aus Port-au-Prince mit Hubschraubern geflogen werden.“

Willkommen daheim! Die ersten deutschen Einsatzkräfte kommen aus Haiti zurück.
Sieben Einsatzkräfte des MHW Deutschland e.V. kehren zurück. Am Dienstag, den 19. Januar landen sie um 10:50 am Flughafen München.
München 18.01.2010. Wir heißen das Team des Deutschen Rettungshundevereins e.V., unseren Begleiter der Uni Freiburg, der uns mit einem neuartigen Bioradar-Gerät zur technischen Ortung von Verschütteten mit unterstützt hat, sowie zwei Sanitätern am Dienstag, den 19. Januar, herzlich Willkommen. Die übrigen 15 Einsatzkräfte, die für die technische Rettung von Verschütteten zuständig sind, bleiben noch bis Ende der Woche im Einsatz.
Nach dem Empfang durch das psychologisch geschulte Personal unseres Kriseninterventionsteams stehen die Einsatzkräfte für ein Gespräch zur Verfügung. Pressevertreter können das Team am Abholer Sondereingang zwischen Ankunft und Abflug im Bereich C am Terminal 1 empfangen. Das Team kommt mit dem Air Berlin Flug AB 7347 aus Punta Cana (Dominikanische Republik) in München an.
Die Katastrophe ist noch nicht vorbei.
Das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland e.V hilft, die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Haiti wieder aufzubauen.
München, 17.03.2010. Das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland (MHW e.V.) übergibt zwei Rettungswagen (RTW) an Hilfsprojekte in Haiti.




