Die Nachfrage nach praktischer Krisenvorsorge erreicht einen neuen Höchststand: Beim Selbsthilfekurs des Medizinischen Katastrophen-Hilfswerks Deutschland im Landkreis Rosenheim nahmen am 9. Mai 2026 rund 180 Bürgerinnen und Bürger teil – so viele wie noch nie zuvor. Nach 200 Anmeldungen mussten weitere hunderte Interessierte auf die Warteliste verwiesen werden. Ein deutliches Signal: Das Bewusstsein der Bevölkerung für Notfallvorsorge wächst und die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem.

Berliner Blackout befeuert Interesse an Krisenvorsorge

Der Berliner Stromausfall zu Beginn des Jahres hat das Thema Blackout-Vorsorge in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und die Nachfrage nach dem MHW-Kurs spürbar gesteigert. „Die Menschen merken, dass Krisen keine Ausnahme sind – sie können jeden treffen. Unser Kurs gibt ihnen das Handwerkszeug, um im Ernstfall ruhig, verantwortungsvoll und effektiv zu handeln“, erklärt MHW-Präsident Robert Schmitt.

Sieben Stationen: praxisnah und alltagstauglich

Im Rahmen des ganztägigen Kurses durchliefen die Teilnehmenden sieben aufeinander abgestimmte Stationen. Zu Beginn stand das Thema Brand im Mittelpunkt: An Station 1 erlernten die Teilnehmenden den sicheren Umgang mit Feuerlöschern, bevor an Station 2 das richtige Verhalten bei Rauchentwicklung und im Evakuierungsfall geübt wurde. Ab Station 3 rückte die allgemeine Krisenvorsorge in den Fokus – von der Vorbereitung auf Stromausfall und Naturkatastrophen über den Umgang mit Warnsystemen bis hin zum kritischen Umgang mit Falschnachrichten und Desinformation. Station 4 vermittelte lebenspraktische Tipps zur systematischen Vorratshaltung. Die Stationen 5 und 6 widmeten sich der Grundversorgung im Krisenfall: von der Behelfstrinkwassergewinnung bis hin zum Kochen ohne Strom. Den Abschluss bildete Station 7, an der zentrale Erste-Hilfe-Maßnahmen aufgefrischt und unter realistischen Bedingungen geübt wurden.

Bekannte Gäste und große mediale Aufmerksamkeit

Der diesjährige Kurs zog nicht nur Rekordteilnehmerzahlen an, sondern auch hochrangige politische Vertreter. Landrat Otto Lederer und Regierungspräsident Dr. Konrad Schober überzeugten sich in den ersten Stunden persönlich vom Konzept und der Relevanz des Angebots.

Auch medial stieß der Kurs auf breites Interesse. Vor Ort berichteten die Augsburger Allgemeine, ein Team der News-WG (BR) aus München, das Oberbayerische Volksblatt (OVB) sowie der Deutschlandfunk.

Ehrenamt macht es möglich

Knapp 30 Helferinnen und Helfer sorgten ehrenamtlich für das reibungslose Gelingen des Kurstages. Die Vorbereitung der Stationen, durchgehende Verpflegung durch die eigene Feldküche als auch die Nachbearbeitung wären ohne sie undenkbar. Das gesamte Kursangebot einschließlich Verpflegung war für alle Teilnehmenden vollkommen kostenfrei.

Um dieses Angebot auch künftig kostenlos und in wachsendem Umfang anbieten zu können, ist das MHW auf Spenden angewiesen. Jede Spende leistet einen wichtigen Beitrag für die tägliche Arbeit des Medizinischen Katastrophen-Hilfswerks.

Interessierte können sich bereits jetzt für den kommenden Kurs am 10.10.2026 vormerken lassen. Derzeit sind noch einige Restplätze verfügbar.

Weitere Informationen und Anmeldung: