geschichte

Geschichte

Deutschland war bis zum Ende des Kalten Krieges im Rahmen des Zivilschutzes vorrangig auf einen möglichen Kriegsfall in Mitteleuropa fixiert. Neben den Hilfsorganisationen wurden die Ressourcen privater Rettungsdienste sowie Spezialisten aus der freien Wirtschaft kaum bzw. nicht effizient eingesetzt.

Globale klimatische Veränderungen und weltpolitische Entwicklungen fordern aber inzwischen eine grundlegende Neuausrichtung, da sich nun neue Bedrohungslagen ergeben, wie z.B. Naturkatastrophen, Terroranschläge, Großschadensereignisse oder Unglücksfälle mit CBRNE (chemisch-biologisch-radioaktiv-nuklear-explosiv)-Stoffen, die auch in Deutschland zunehmend ein großes Gefährdungspotential darstellen. Diese komplexen Anforderungen an den Katastrophenschutz bedeuten nun eine große Herausforderung für Bund und Länder:

Konzepte und Vorhaltungssysteme müssen neu angepasst, Spezialausrüstung angeschafft und Einsatzkräfte ausgebildet werden - und das in einer Größenordnung, die die aktuelle Leistungsfähigkeit des Bundes sowie der Hilfsorganisationen übersteigt.
   
Das Jahrhundert-Hochwasser in Dresden 2002 zum Beispiel zeigte neue Wege in der Kooperation öffentlich-rechtlicher und privater Initiativen im Katastrophenschutz Deutschlands auf. Neben den Hilfsorganisationen kamen private Unternehmen aus dem Bereich Rettungsdienst/Krankentransport zum Einsatz, um die Bevölkerung vor den steigenden Fluten der Elbe in Sicherheit zu bringen. Unter der Leitung von Robert Schmitt (Gründungsmitglied und Präsident des MHW) wurden zusammen mit den Hilfsorganisationen Kliniken sowie Altenheime evakuiert und weitere Hilfsmaßnahmen für die Bevölkerung koordiniert.
 
Die Einbeziehung privater Ressourcen beim Elbehochwasser und auch bei der Tsunami-Katastrophe 2004  in Südostasien war letztendlich ausschlaggebend für die Gründung des MHW. Der zukünftige Einsatz privater Unternehmen mit ihren personellen, materiellen und logistischen Ressourcen ist dadurch sichergestellt. Die Kapazitäten werden sinnvoll koordiniert und kontinuierlich ausgebaut, um somit die bestehenden Katastrophenschutzstrukturen in Deutschland mit unverzichtbarem Know-How nachhaltig zu ergänzen.

Nach der Gründung des MHW im Jahr 2005, folgte bereits 2006 - neben einer Vielzahl von Tageseinsätzen - der erste Einsatz im europäischen Ausland, als eine Messehalle in Kattowitz/Polen einstürzte und das MHW Rettungshundeteams zum Einsatz brachte. 2007 folgte die Beauftragung des MHW zur Unterstützung der notfallmedizinischen Vorsorge beim G8-Gipfel in Heiligendamm. Weitere Einsätze folgten 2010 in Haiti und 2011 zur Absicherung der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen.

Helfen Sie mit!

Unterstützen Sie uns als Mitglied oder durch eine Spende!